Kinderfreundliche Restaurants: Spiel, Spaß und Speisen
Die Bundesgesundheitsministerin, Ulla Schmidt, spricht sich für ein generelles Rauchverbot in Restaurants aus.
„Zum Schutz der Kinder“, sagt sie. Immerhin haben die Gesundheitsminister der Bundesländer beschlossen, dass künftig in Gaststätten nur noch in extra abgetrennten Räumen geraucht werden darf.

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Bezeichnet sich ein Restaurant als kinderfreundlich, so sollte es auch ohne gesetzliche Vorgabe mindestens einen Bereich für Kinder anbieten, der absolut frei von Zigarettenqualm ist. Besser wäre ein komplettes Rauchverbot. Das bestätigt auch Constanze Philipp von der Mosaik-Services Integrationsgesellschaft Berlin. Zum Unternehmen gehört unter anderem das Restaurant Charlottchen in Charlottenburg-Wilmersdorf, wo auf das Wohl der kleinen Gäste ein besonderes Augenmerk gelegt wird. „Wir haben für Eltern mit Kindern ein separates Spielzimmer mit Spielzeug und einer kleinen Rutsche eingerichtet“, erklärt Constanze Philipp, die für den Bereich Event und Marketing verantwortlich ist. Im Kinderbereich haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit miteinander zu spielen, zu malen oder zu basteln. Je nach Lust und Laune. Gegessen wird gemeinsam mit den Eltern beziehungsweise Begleitpersonen.
Beim Spielen müssen Mama und Papa selbst auf ihre Kinder aufpassen. „Unsere Mitarbeiter haben zwar auch ein Auge auf die Kleinen, doch die Aufsichtspflicht bleibt bei den Eltern“, sagt Constanze Philipp. Daher ist der Kinderbereich auch von nahezu allen Standpunkten im Restaurant einzusehen, damit auch Eltern, die sich für eine Weile in den Raucherbereich begeben, ihre Kinder im Blick haben. In einigen Cafes und Restaurants in Berlin und Umgebung kümmern sich Betreuer vor und nach dem Essen um die Kinder (siehe Weblinks). Dieser Dienst ist in den meisten Fällen jedoch kostenpflichtig.
Auf welche Eigenschaften Familien in einem kinderfreundlichen Restaurant wert legen, ist ihre alleinige Entscheidung. „Es gibt auch keine einheitlichen Regelungen oder gesetzlichen Bestimmungen, die ein Restaurant erfüllen muss, um kinderfreundlich zu sein“, ergänzt Constanze Philipp. Einige wenige Kriterien, wie rauchfreie Bereiche für Kinder oder intaktes Spielzug, sollten Eltern allerdings beachten (siehe Infokasten).
Der eigentliche Grund, warum Besucher ins Restaurant kommen, ist natürlich das Essen. Tolle Spielecken für die kleinsten Gäste gibt es inzwischen in vielen Restaurants – auch und vor allem bei Fast-Food-Ketten. Entscheidender ist die Frage, was gehört auf eine kinderfreundliche Speisekarte? „Es sollte ausgewogene und gesunde Ernährung enthalten sein“, meint Constanze Philipp. Daher gibt es im Restaurant Charlottchen auch zu allen Hauptgerichten Salat, der Appetit anregend zum Beispiel als Mondgesicht garniert wird. Dazu wird das Essen in der Pfanne nicht allzu fettig gebraten. „Klassiker wie Pommes Frites und Hähnchen Nuggets gehören aber auf jeden Fall auf die Karte. Die liebt fast jedes Kind“, sagt sie.

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Das kann auch Christof Strobl, der erste Vorsitzende des Berliner Kinderrestaurants „eff-eff“, bestätigen. „Wir bieten den Kindern vor allem gesunde Ernährung. Dazu gehört vegetarisches Essen, genauso wie die heiß begehrten Pommes Frites“, sagt er. Das „eff-eff“ ist allerdings kein Restaurant im eigentlichen Sinne. Wie der Vorsitzende erklärt, handelt es sich vielmehr um einen Verein, der Mädchen und Jungen an Nachmittagen eine Bleibe bieten will, wo sie für einen geringen Preis ein reichhaltiges Essen bekommen und anschließend Schulaufgaben machen oder sich anderweitig beschäftigen können. „Jede Minute, in der die Kinder nicht auf der Straße sind, ist für uns eine gewonnene Minute“, sagt Christof Strobl.
Im Kinderrestaurant Berlin, ein Angebot des Vereins Berliner Tafel, steht ähnlich wie beim „eff-eff“ der soziale Charakter im Vordergrund. In den Einrichtungen in Kreuzberg und Reinickendorf gibt es jeden Tag ein Drei-Gänge-Menü für einen Euro. Damit sollen auch Kinder aus sozial schwächeren Familien die Chance auf eine gesunde Ernährung bekommen, erklärte Sabine Werth von der Berliner Tafel in einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Für die Kinder, die in unser Restaurant kommen, stehen die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie leider nicht mehr an erster Stelle. Wir wollen ihnen einfach wieder beibringen, gemeinsam zu essen und gemeinsam am Tisch zu sitzen“, sagte sie.
In Kürze: Darauf sollten Eltern achten
Räumlichkeiten
· Es sollte einen eigenen Bereich für Eltern mit Kindern im Restaurant geben, wo die Kleinen ungestört spielen können.
· Wenn es lediglich eine Spielecke für Kinder gibt, sollte diese stets von den Eltern einzusehen sein, damit sie ihre Kinder im Blick haben.
· Für alle Bereiche, wo Kinder sich länger aufhalten können, sollte Rauchverbot herrschen.
Spielzeug
Bevor Kinder in die Spielecke gehen, auf eine Rutsche klettern oder im Außenbereich im Sandkasten spielen, sollten Eltern einen Blick auf den Zustand der Geräte werfen, damit sich niemand verletzt.
Aufsicht
In einigen Restaurants kümmert sich – gegen Entgelt – Personal (Pädagogen) um die Kinder und spielt mit ihnen. Grundsätzlich haben Eltern jedoch die Aufsichtspflicht. Vor allem dann, wenn ihre Kinder in der Spielecke toben.
Speisekarte
Was schmeckt, entscheiden Kinder und Eltern selbst. Die Klassiker, wie Pommes Frites und Hähnchen Nuggets stehen auf nahezu jeder Kinderspeisekarte. Ein gesunder Salatteller schadet aber auch nicht.
Weblinks
Kinderrestaurants in Berlin und Umgebung
www.kinder-berlin.de (Bereich „Freizeit“)
www.charlottchen-berlin.de
www.kinderrestaurant-berlin.de
www.kinder-im-restaurant.de
www.kindercafe-pinocchio.de
Von Stefan Kockrick


















