Von wegen ?Aubacke? - Angst vor dem Zahnarzt muss nicht mehr sein

Die düsteren Bilder von dunklen Behandlungsräumen, riesigen Spritzen und schmerzhaften Bohrer-Attacken sind Geschichte. Mit modernen Behandlungsmethoden wird die Angst vor dem Zahnarzt bekämpft. Die Beratung dazu ist kostenlos.


Foto © Hallgerd - FOTOLIA

Rocklegende Ozzy Osbourne und Ex- Spice Girl Melanie C sind einmal in einer Umfrage zu den Promis mit den schlechtesten Zähnen gekürt worden. Das gleiche Schicksal ereilte auch US-Präsident George W. Bush. Diese zweifelhafte Ehre könnte jedoch auf eine Krankheit zurückzuführen sein, unter der viele Menschen leiden: Dentalphobie, die panische Angst vor dem Zahnarztbesuch. Stephan Doering, Professor für Psychosomatik an der Universität Münster ist überzeugt, dass nahezu jeder zehnte Deutsche an der Krankheit leidet und daher Zahnarztpraxen lieber meidet. Erst, wenn der Schmerz, den die von kariesbefallenen Zähne verursachen, unerträglich geworden ist, schleppen sich die Betroffenen zum Zahnarzt.

Dabei müssen Patienten heutzutage kaum noch Angst haben. Denn das Bewusstsein bei den Zahnärzten über diese Krankheit ist gewachsen. Stets wird nach neuen Methoden gesucht, um sanfte und schmerzfreie Behandlungen zu ermöglichen. Modernste Technik kommt in den Praxen zum Einsatz. Es gibt deutschlandweite Organisationen, die ausschließlich im Bereich der Dentalphobie forschen. Ein Blick ins Internet (siehe Infokasten Weblinks) oder ein Beratungsgespräch mit einem Zahnarzt schaffen dazu Klarheit.

Viele sogenannte Angstpatienten scheitern allerdings schon daran, zu einem solchen Gespräch zu gehen. ?In solchen Fällen sind die Patientenberatungsstellen erste Anlaufstelle?, sagt Jana Zadow von der Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZKB). Wo sich die sieben Beratungsstellen in Brandenburg befinden, steht auf den Internetseiten der LZKB (siehe Infokasten Weblinks). Die Einrichtungen sind voll auf Patienten, die sich in keine Zahnarztpraxis trauen, eingestellt. ?Die Räume sind alle mit hellen Farben gestaltet?, beschreibt Jana Zadow. So werde eine beruhigende Atmosphäre geschaffen. ?Nichts erinnert an eine Praxis?, versichert die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit.

Im Gespräch informieren Zahnärzte kostenlos über sämtliche Behandlungsmethoden von Hypnose bis hin zur Vollnarkose. Sie dürfen dabei weder Untersuchungen vornehmen noch Patienten für ihre eigene Praxis abwerben.

Im weiteren Schritt gilt es dann einen geeigneten Zahnarzt zu finden. Als Vermittler fungiert dabei die LZKB. ?Allerdings übernehmen wir keine Garantie für eine gute Behandlung?, sagt Jana Zadow. Die brandenburgischen Zahnärzte können sich mit ihren Behandlungsmethoden bei der Zahnärztekammer registrieren lassen. Überprüft wird das allerdings nicht. ?Die Patienten müssen sich bei uns melden, wenn sie nicht zufrieden waren?, erklärt die LZKB-Vertreterin. Dann können Einzelfälle nachgeprüft werden.

 
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Renate Abraham verzeichnete bisher keine Beschwerden über ihre Behandlungen. Die Zahnärztin aus Groß Gaglow bei Cottbus setzt bei Angstpatienten vor allem auf eine Methode: Vertrauen aufbauen durch Gespräche. ?Ich rede mit den Patienten und frage sie nach den Gründen für ihre Angst?, sagt sie. Diese sind verschieden: ?Zum Beispiel können Hektik in der Praxis oder auch unfreundliches Personal Angst auslösen?, erklärt die Zahnärztin. Daher bemüht sie sich beruhigend auf die Betroffenen einzuwirken, über die bevorstehende Behandlung zu sprechen und so nach und nach Vertrauen aufzubauen.

Wenn ein Angstpatient dann auf dem Behandlungsstuhl von Renate Abraham liegt, wendet sie verschiedene Taktiken an, um vom eigentlichen Geschehen abzulenken. Das einfachste Mittel ist, mit dem Patienten über alles zu reden außer über Karies, ein Loch im Zahn oder einen Bohrer. ?Wenn das allein nicht hilft, lasse ich die Patienten zum Beispiel ein wenig mit den Beinen wackeln?, beschreibt sie. Das eine hoch und runter, das andere nach rechts und nach links. ?Das erfordert eine Menge Konzentration und lenkt von der Behandlung ab?, sagt Renate Abraham. In Ausnahmefällen versetzt sie Patienten auch in Trance oder hypnotisiert sie sogar. ?Sie befinden sich dann in einer Art Tagtraum?, erklärt die Ärztin. Mit viel Zeit und Geduld schafft sie es, vielen Patienten beim Überwinden ihrer Ängste zu helfen. ?Bei besonderen Härtefällen mache ich eine Behandlung unter Vollnarkose?, sagt sie.

Die Kosten für eine solche Operation werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Dentalphobie gilt nämlich genauso als Krankheit wie etwa die Grippe.

Damit sie jedoch gar nicht erst zum ?Ausbruch? kommt, rät Renate Abraham der Zahnarztangst vorzubeugen. ?Kinder sollten schon früh und möglichst ohne erste Schäden an den Zähnen mit ihren Eltern zum Zahnarzt gehen, damit sie die Praxis kennen lernen und sehen, dass sie keine Angst haben müssen?, empfiehlt sie.


Die zehn goldenen Regeln für gesunde Zähne

1. Nach dem Durchbruch der ersten Zähne zum Zahnarzt gehen!

2. Hilfsmittel wie Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten verwenden!

3. Regelmäßige Kariesprophylaxe mit Fluoriden!

4. Mindestens zwei Mal pro Tag mit der richtigen Technik Zähne putzen!

5. Ab dem Schulalter ein Mal wöchentlich Fluoridgelee benutzen!

6. Bei Kindern und Jugendlichen Versiegelung der Backenzähne zum Schutz vor Karies!

7. Ernährung:
ausgewogen und vielseitig, wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel, keine Saugflaschen (beim Dauernuckeln können sonst schwere Gebissschäden entstehen

8. Nicht rauchen!

9. Kräftiges Kauen fördert den Speichelfluss und verringert das Kariesrisiko!

10. Mindestens einmal jährlich zur Kontrolle, bei Problemen mit den Zähnen sofort zum Zahnarzt gehen!

(Quelle: Landeszahnärztekammer Brandenburg)

 

Weblinks

 http://www.lzkb.de/

  • Die Website der Landeszahnärztekammer Brandenburg, wo sich die Kontakte zu den Patientenberatungsstellen und eine nach Fachbereichen geordnete Suchmaschine für Zahnärzte befinden

 http://www.zahnarzt-angst-hilfe.de/

  • Hält neben einem Forum umfangreiche Listen mit Zahnärzten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die besondere Leistungen für Angstpatienten anbieten, bereit

 http://www.zahn-online.de

  • Im Bereich ?Zahnarztangst? gibt es Tipps für den Umgang mit der Krankheit und Informationen rund um die Behandlungsmethoden

 http://www.zahnarztangst.de

  • Homepage der Deutschen Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie e.V.

 http://www.oralophobie.de

  • Homepage des Deutschen Instituts für psychosomatische Zahnmedizin e.V.


Von Stefan Kockrick

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Besonderes Augenmerk legen wir auf unsere Artikel, in denen wichtige Themen rund um Kinder und Familien thematisiert werden. Es gibt unter anderem Beiträge über Adoption, Leihmutterschaft, die Schule, Hochzeit, Ernährung, Depressionen bei Kindern oder über die Angst vor einem Zahnarztbesuch. Desweiteren bieten wir auch Informationen über die Themen Kindermodel, Kinderschuhe, Baby Frisör, Babysitting, Kinder Second Hand, Kinderarzt, Hebamme, Babyschwimmen, Hotel mit Baby und Babymassage.

 

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